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Pflegekompass
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Wie läuft die MDK-Einstufung beim Pflegegrad ab?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 09. Juni 2026 um 04:15

Einstufung beim Medizinischen Dienst in der Pflegebegutachtung

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 13 Std.

Der Medizinische Dienst (MD, früher MDK) prüft bei einem Hausbesuch sechs Lebensbereiche und vergibt Punkte. Daraus ergibt sich der Pflegegrad. Die sechs Module mit ihrer Gewichtung: 1. Mobilität (10 %) — Aufstehen, Treppen, Fortbewegen 2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (15 %) — Orientierung, Erinnerung, Gespräche führen 3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15 %) — nächtliche Unruhe, Ängste, Aggressionen 4. Selbstversorgung (40 %) — Waschen, Anziehen, Essen, Toilette 5. Bewältigung krankheitsbedingter Anforderungen (20 %) — Medikamente, Arztbesuche, Verbandwechsel 6. Alltagsgestaltung und soziale Kontakte (15 %) — Tagesstruktur, Beschäftigung Aus den gewichteten Punkten entsteht ein Gesamtwert: - 12,5 bis unter 27 Punkte: Pflegegrad 1 - 27 bis unter 47,5: Pflegegrad 2 - 47,5 bis unter 70: Pflegegrad 3 - 70 bis unter 90: Pflegegrad 4 - ab 90: Pflegegrad 5 Worauf es im Termin ankommt: Der Gutachter sieht oft nur eine Momentaufnahme. Beschönigen Sie nichts. Schildern Sie die schlechten Tage, nicht den besten Moment. Hilfreich ist ein Pflegetagebuch über zwei Wochen, in dem Sie notieren, bei welchen Verrichtungen wie viel Hilfe nötig ist. Auch Arztberichte, Medikamentenpläne und Krankenhausentlassungsbriefe sollten griffbereit liegen. Eine pflegende Angehörige oder ein Pflegedienst darf beim Termin dabei sein und ergänzen, was der Betroffene selbst nicht erwähnt oder anders einschätzt. Der MD hat 25 Arbeitstage Zeit für das Gutachten. Bei Überschreitung stehen 70 Euro pro angefangener Woche Verzögerung zu. Wer sich auf den Termin gezielt vorbereiten möchte, kann eine kostenlose Pflegeberatung nach § 7a SGB XI nutzen.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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