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Ihr wöchentliches Magazin
Ausgabe #01 · März 2026
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Wenn Sie dieses Magazin heute zum ersten Mal lesen: Herzlich willkommen.
Der Pflegekompass ist ein wöchentliches Magazin für pflegende Angehörige und pflegebedürftige Menschen in Deutschland. Jede Ausgabe erklärt, was gerade wichtig ist – verständlich, ohne Amtsdeutsch, ohne Werbedruck. Kostenlos.
Pflege ist kein Ausnahmezustand – für Millionen Menschen ist sie der tägliche Alltag. Wer darin den Überblick behalten will, braucht verlässliche Informationen. Dafür sind wir da.
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In dieser Ausgabe
📰 Aktuelles: Pflegereform 2026 – wo wir gerade stehen
💡 Wissen, das zählt: Das Entlastungsbudget – 3.539 € für Ihre Auszeit
🧾 Tipp der Woche: 131 € pro Monat, die kaum jemand nutzt
📖 Aus dem Magazin: Drei Artikel, die gerade viele beschäftigen
🌿 Auf den Weg mitgegeben: Ein Gedanke für die Woche
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📰 Aktuelles
Pflegereform 2026: Was sich gerade politisch bewegt
Stand März 2026
Zukunftspakt Pflege: Die Reformvorschläge liegen vor. Beschlossen ist noch nichts.
Seit Dezember 2025 liegt der Bericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum „Zukunftspakt Pflege" auf dem Tisch. Er wird derzeit politisch beraten. Ziel ist ein Reformgesetz, das Ende 2026 in Kraft treten soll.
Was gerade diskutiert wird:
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Eigenanteile begrenzen: Im Pflegeheim zahlen Betroffene aktuell im Schnitt 3.245 € pro Monat aus eigener Tasche – ein Drittel der Heimbewohner ist bereits auf Sozialhilfe angewiesen. Eine Deckelung ist im Gespräch. |
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Bürokratie abbauen: Anträge vereinfachen, Beratung niedrigschwelliger gestalten. Einer der wenigen Punkte, bei dem alle Seiten einig sind. |
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Pflegende Angehörige stärken: Bessere Beratung, mehr Entlastungsangebote – und möglicherweise ein „Familienpflegegeld" als Lohnersatz für Angehörige, die ihre Arbeitszeit reduzieren. |
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Was das für Sie jetzt bedeutet: Das Pflegegeld bleibt 2026 auf dem Stand von 2025. Die nächste Erhöhung ist nicht vor Januar 2028 geplant. Wer heute Leistungen beantragt, beantragt auf dem aktuellen Stand – und sollte bestehende Budgets nicht verfallen lassen.
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Was beschlossen wird, ist noch offen. Wir berichten jede Woche, sobald sich etwas Konkretes ergibt.
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💡 Wissen, das zählt
3.539 € für Ihre Auszeit – und kaum jemand nutzt sie
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Das Entlastungsbudget
Seit 1. Juli 2025 · für alle Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2
Die Pflegekasse stellt Ihnen 3.539 Euro pro Jahr zur Verfügung – für Auszeiten, Vertretung, Erholung. Dieser Betrag verfällt am 31. Dezember, wenn er nicht genutzt wurde.
Früher gab es zwei separate Töpfe mit unterschiedlichen Regeln. Wer einen nicht ausschöpfte, konnte nur einen Teil umwidmen. Das war kompliziert – und viele haben deshalb Geld liegen lassen.
Seit Juli 2025 gibt es einen gemeinsamen Topf. Sie entscheiden, wie Sie ihn einsetzen.
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Verhinderungspflege
Wenn Sie krank, im Urlaub oder kurz nicht verfügbar sind – kommt eine Vertretung zu Ihrem Angehörigen nach Hause.
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Kurzzeitpflege
Wenn häusliche Pflege vorübergehend nicht möglich ist – wird Ihr Angehöriger für eine Zeit in einer Pflegeeinrichtung versorgt.
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Was konkret besser ist:
✅ Ein flexibler Topf statt zwei starrer Budgets mit separaten Regeln |
✅ Keine Vorpflegezeit mehr – Sie können sofort beantragen |
✅ Bis zu 8 Wochen Ersatzpflege pro Jahr statt bisher 6 |
✅ Pflegegeld läuft weiter – zur Hälfte, bis zu 8 Wochen lang |
Wie beantragen? Sie beantragen nicht das „Entlastungsbudget" direkt, sondern einfach die jeweilige Leistung – Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege. Die Pflegekasse rechnet automatisch ab. Sie können auch im Nachhinein eine Rechnung einreichen.
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⚠️ Kein Übertrag ins Folgejahr
Was am 31. Dezember nicht genutzt wurde, verfällt. Planen Sie frühzeitig – nicht erst im November, wenn alle Kapazitäten belegt sind.
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🧾 Tipp der Woche
131 € pro Monat – in Millionen Haushalten verfallen sie ungenutzt
Den Entlastungsbetrag – nicht zu verwechseln mit dem Entlastungsbudget – gibt es für jeden ab Pflegegrad 1. Monatlich 131 Euro. Laut Studien nutzen weniger als die Hälfte der Berechtigten ihn.
Das Geld ist zweckgebunden. In der Praxis bedeutet das:
🏠 Haushaltshilfe von einem anerkannten Träger |
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👥 Alltagsbegleitung – jemanden zum Reden, Spazierengehen, Begleiten |
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🌅 Tagesbetreuung in einer anerkannten Einrichtung |
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🤲 Entlastung durch ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe |
Der einfachste Weg: Fragen Sie Ihre Pflegekasse nach einer Liste der anerkannten Entlastungsanbieter in Ihrer Gemeinde. Die meisten Kassen haben diese Liste – schicken sie aber nicht automatisch zu.
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Ansparen ist möglich
Nicht genutzte Monate können Sie innerhalb desselben Jahres ansparen. Wer von Januar bis Juni nichts abruft, hat ab Juli bis zu 786 Euro auf einmal zur Verfügung. Aber: Am 31. Dezember verfällt alles.
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📖 Aus dem Magazin
Drei Artikel, die gerade viele beschäftigen
Vielleicht ist gerade etwas dabei, das für Sie – oder jemanden in Ihrem Umfeld – hilfreich ist.
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Emotionale Unterstützung · 14 Min.
Pflegebedürftige hat Angst, allein zu sein: Was wirklich hilft
Sie wollen kurz einkaufen – und Ihr Angehöriger bricht in Panik aus. Diese Situation kennen viele. Der Artikel erklärt, warum das passiert und welche konkreten Lösungen wirklich funktionieren – vom Hausnotruf bis zur Tagesstruktur, mit Infos dazu, was die Pflegekasse übernimmt.
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Wohnen & Umbau · 13 Min.
Wohnraumanpassung: Bis zu 4.180 € Zuschuss – und er ist nicht einmalig
Die Pflegekasse bezuschusst Wohnungsumbau mit bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme. Was viele nicht wissen: Dieser Zuschuss kann mehrfach beantragt werden – zum Beispiel wenn sich der Pflegegrad erhöht oder neue Einschränkungen hinzukommen. Der Artikel erklärt Antrag, Kosten und häufige Fehler.
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Sicherheit zu Hause · 12 Min.
Sturzprophylaxe: Das Sturzrisiko um 40 % senken – ohne Fachwissen
Jeder dritte Mensch über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr. Ein Hüftbruch kann die Pflegesituation von einem Tag auf den anderen verändern. Viele Stürze lassen sich verhindern – wenn man die richtigen Risikofaktoren kennt. Der Artikel zeigt, welche Stellen im Alltag am häufigsten übersehen werden.
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Kennen Sie jemanden, der gerade pflegt?
Viele pflegende Angehörige wissen nicht, was ihnen zusteht. Nicht weil sie es nicht wollen – sondern weil niemand es ihnen erklärt. Wenn dieser Newsletter für Sie hilfreich war, leiten Sie ihn einfach weiter.
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🌿 Auf den Weg mitgegeben
Ein Gedanke für die Woche
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„Wer für andere da ist, muss auch für sich selbst sorgen. Das ist keine Schwäche – das ist die Voraussetzung."
Pflege ist anspruchsvoll. Körperlich, emotional, organisatorisch. Viele Angehörige stellen die eigenen Bedürfnisse jahrelang zurück – aus Pflichtgefühl, aus Liebe, manchmal weil sie das Gefühl haben, keine andere Wahl zu haben.
Das Entlastungsbudget, der Entlastungsbetrag, die Angebote in Ihrer Gemeinde – all das wurde geschaffen, damit Sie nicht alles alleine tragen müssen. Nutzen Sie es. Nicht erst wenn Sie erschöpft sind, sondern bevor es so weit kommt.
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Eine gute Woche – für Sie und Ihre Familie.
Das Pflegekompass-Team
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