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Pflegekompass
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Was kann ein Arzt bei aussichtsloser Pflegesituation noch tun?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 08. Mai 2026 um 16:16

Und, was hilft ein Arztbesuch ? Es gibt keine Hilfe, keine Hoffnung 😱

1 Antwort

Maria
MariaExperte

FachĂ€rztin fĂŒr Altersmedizin

Geantwortet vor 11 Std.

Was du da schreibst, klingt erschöpft — und das ist nach langer Pflege oder bei einer Diagnose ohne Aussicht auf Heilung absolut nachvollziehbar. Trotzdem möchte ich dem widersprechen, dass ein Arztbesuch nichts mehr bringt. Er bringt oft nicht mehr Heilung, aber er bringt fast immer Linderung — und das ist medizinisch nicht dasselbe. Drei Dinge, die Ärzte auch in scheinbar aussichtslosen Situationen leisten: - Symptomkontrolle: Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Unruhe, Schlafstörungen, Angst — alles behandelbar, oft mit ĂŒberraschend einfachen Mitteln. Niemand muss "aushalten". - Medikamenten-Check: Bei Mehrfacherkrankungen sammeln sich Wirkstoffe, die sich gegenseitig verstĂ€rken oder belastende Nebenwirkungen machen. Eine geriatrische ÜberprĂŒfung kann LebensqualitĂ€t spĂŒrbar verbessern. - Weichenstellung: Der Hausarzt kann eine SAPV-Verordnung (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung, § 37b SGB V) ausstellen. Das ist ein Team aus Palliativmedizinern und -pflegekrĂ€ften, das 24/7 erreichbar ist, zu euch nach Hause kommt und die Krankenkasse zahlt vollstĂ€ndig. Genau fĂŒr die Situation gemacht, in der "normale" Medizin am Ende ist. Auch ein ambulanter Hospizdienst (§ 39a Abs. 2 SGB V) ist eine Option, wenn ihr euch alleingelassen fĂŒhlt — ehrenamtliche Begleitung, kostenlos, auch fĂŒr die Angehörigen. Die hören zu, sind regelmĂ€ĂŸig da, und entlasten genau das GefĂŒhl von "es gibt niemanden". Wenn die Hoffnungslosigkeit dich selbst betrifft — also nicht nur die Pflegesituation, sondern dein eigener seelischer Zustand — dann ist der wichtigste Arztbesuch der zu deinem Hausarzt fĂŒr dich selbst. Pflegende Angehörige entwickeln ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig Depressionen, und das ist keine SchwĂ€che, sondern eine messbare Folge chronischer Belastung. Auch das ist behandelbar. Niedrigschwellig erreichbar ist die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, rund um die Uhr, kostenfrei, anonym. Nicht nur fĂŒr Krisen, sondern auch wenn man einfach nicht mehr weiterweiß. Diese Auskunft ersetzt keine individuelle Ă€rztliche Beratung — aber bitte nimm den Hörer in die Hand. Auch wenn es sich gerade nicht so anfĂŒhlt: Es gibt mehr Hilfe, als man von zuhause aus sieht.
FachĂ€rztliche PrĂŒferin fĂŒr Altersmedizin, MobilitĂ€t und körperliche Gesundheit im Alter. — Zum Profil
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