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Pflegekompass

Aktualisiert am 17. Mai 2026

24-Stunden-Pflege Kostenrechner 2026

Was kostet eine 24-Stunden-Betreuung wirklich — und was bleibt nach Abzug der Pflegekassen-Leistungen netto übrig? Wählen Sie Modell und Pflegegrad. Alle Werte sind marktübliche Spannen, keine Festpreise.

24-Stunden-Pflege Kostenrechner 2026

Schätzen Sie, was eine 24-Stunden-Betreuung im Monat kostet — und was nach Abzug der Pflegekassen-Leistungen als Eigenanteil bleibt. Alle Werte sind Spannen, keine Festpreise.

Welches Betreuungs-Modell?
Welcher Pflegegrad liegt vor?

Geschätzter Eigenanteil pro Monat

1.770 € 2.770 €

Spanne, kein Festpreis

Entsendung über Agentur · Pflegegrad 3

Brutto-Monatskosten (Spanne)2.500 € 3.500 €
Pflegegeld (§ 37 SGB XI)− 599 €
Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI)131 €
Verhinderungspflege anteilig (§ 42a SGB XI)
Kassen-Entlastung gesamt730 €
Eigenanteil pro Monat (Spanne)1.770 € 2.770 €
Steuer-HinweisZusätzlich können Sie 20 % der Lohn- bzw. Dienstleistungskosten als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen (§ 35a EStG, bis 4.000 € Steuerermäßigung pro Jahr). Das ist im obigen Eigenanteil noch nicht berücksichtigt und senkt die reale Belastung weiter.

Unverbindliche Schätzung auf Basis marktüblicher Kostenspannen 2026 und der gesetzlichen Höchstbeträge (§§ 37, 42a, 45b SGB XI; § 35a EStG). Die tatsächlichen Kosten hängen von Modell, Pflegebedarf, Region und Anbieter ab. Keine Preiszusage, keine Rechts- oder Steuerberatung. Die verbindliche Auskunft über Ihren konkreten Anspruch erteilt Ihre Pflegekasse.

Die 3 Modelle der 24-Stunden-Pflege

„24-Stunden-Pflege“ meint in der Praxis eine Betreuungskraft, die im Haushalt der pflegebedürftigen Person lebt und sie rund um die Uhr begleitet. Rechtlich gibt es drei Wege — sie unterscheiden sich deutlich in Kosten, Aufwand und Rechtssicherheit.

  • Entsendung über eine Agentur:Eine osteuropäische Betreuungskraft wird über eine Agentur entsendet. Pflicht ist die A1-Bescheinigung, die Sozialversicherung bleibt im Herkunftsland. Marktüblich rund 2.500 bis 3.500 € pro Monat. Verbreitetstes Modell, überschaubarer Aufwand für die Familie.
  • Selbstständige Betreuungskraft:Eine selbstständige Kraft aus der EU mit Gewerbeanmeldung und Dienstleistungsvertrag. Tendenziell die günstigste Spanne (rund 2.200 bis 3.000 €), aber höherer Organisationsaufwand und Sorgfaltspflicht bei der Abgrenzung zur Scheinselbstständigkeit.
  • Sozialversicherungspflichtige Anstellung:Die Familie stellt die Kraft direkt an und wird Arbeitgeber. Es gelten Mindestlohn, Sozialabgaben und Arbeitszeitgesetz. Mit rund 4.000 bis 5.500 € das teuerste Modell, dafür volle Rechtssicherheit.

Was steuert die Pflegekasse bei?

Wichtig vorab: Die Pflegekasse zahlt die 24-Stunden-Pflege nicht direkt.Es gibt keine Leistung „24-Stunden-Betreuung“ im SGB XI. Stattdessen lassen sich mehrere Leistungen kombinieren, um den Eigenanteil zu senken:

  • Pflegegeld (§ 37 SGB XI):je nach Pflegegrad 347 € bis 990 € pro Monat. Bei Pflegegrad 1 entfällt es.
  • Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI): 131 € pro Monat, alle Pflegegrade.
  • Verhinderungspflege anteilig (§ 42a SGB XI):aus dem gemeinsamen Jahresbudget von 3.539 € lässt sich ein Teil monatlich einsetzen — ab Pflegegrad 2.

Der Rechner oben zieht diese Leistungen von der Kostenspanne ab und zeigt den realistischen Eigenanteil — bewusst als Spanne, weil weder die Kosten noch die anrechenbare Verhinderungspflege ein fester Monatsbetrag sind.

Steuer-Hebel: § 35a EStG nutzen

Zusätzlich zu den Pflegekassen-Leistungen sind 20 % der Lohn- beziehungsweise Dienstleistungskosten als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG steuerlich absetzbar — bis zu einer Steuerermäßigung von 4.000 € pro Jahr. Das entspricht abzugsfähigen Kosten von bis zu 20.000 € jährlich. Voraussetzung ist eine ordnungsgemäße Rechnung und unbare Zahlung (Überweisung). Dieser Hebel ist im Eigenanteil des Rechners noch nicht eingerechnet und senkt die reale Belastung über die Steuererklärung zusätzlich.

Der legale Rahmen — worauf Sie achten müssen

Eine Betreuungskraft aus Osteuropa ist legal beschäftigt, wenn das Modell sauber umgesetzt ist. Die häufigsten Fallstricke:

  • Entsendung: Ohne gültige A1-Bescheinigung droht die Einstufung als Schwarzarbeit.
  • Selbstständige: Bei nur einem Auftraggeber und weisungsgebundener Tätigkeit droht der Vorwurf der Scheinselbstständigkeit — mit Nachzahlungspflicht.
  • Anstellung: Arbeitszeitgesetz und Mindestlohn gelten vollständig. Eine echte Rund-um-die-Uhr-Anwesenheit einer einzelnen Person ist arbeitsrechtlich nicht zulässig — in der Regel sind mehrere Kräfte oder klare Bereitschaftsregeln nötig.

Details zu den einzelnen Modellen finden Sie in unseren vertiefenden Ratgebern weiter unten.

Häufige Fragen zur 24-Stunden-Pflege

Was kostet eine 24-Stunden-Pflege 2026 im Monat?

Je nach Modell rund 2.200 bis 5.500 € pro Monat. Die genaue Spanne hängt von Modell, Pflegebedarf, Region und Sprachniveau ab — der Rechner oben zeigt sie für Ihre Situation.

Zahlt die Pflegekasse die 24-Stunden-Pflege?

Nicht direkt. Kombinierbar sind Pflegegeld, Entlastungsbetrag und anteilig die Verhinderungspflege — diese senken den Eigenanteil, decken ihn aber nicht vollständig.

Ist die 24-Stunden-Pflege steuerlich absetzbar?

Ja, 20 % der Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG), bis 4.000 € Steuerermäßigung pro Jahr. Voraussetzung: Rechnung und Überweisung.

Ist eine polnische Pflegekraft legal?

Ja, bei Einhaltung der Vorgaben: A1-Bescheinigung bei Entsendung, Gewerbe und Dienstleistungsvertrag bei Selbstständigen, volles Arbeitsrecht bei Direktanstellung.

Wie hoch ist der Eigenanteil bei der 24-Stunden-Pflege?

Brutto-Kosten minus Pflegegeld, Entlastungsbetrag und ggf. anteilige Verhinderungspflege. Je nach Modell und Pflegegrad bleibt meist eine Spanne von rund 1.500 bis 4.500 € pro Monat.

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