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Pflegekompass
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Warum verdienen Pflegekräfte im Altenheim weniger als im Krankenhaus?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 06. Juni 2026 um 04:15

Warum im Krankenhaus und Altenheim noch großes Gehaltsgefälle?

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 3 Std.

Das Gefälle hat historische und strukturelle Gründe — und wird seit 2022 langsam kleiner, ist aber noch deutlich spürbar. Die wichtigsten Ursachen: - Unterschiedliche Tarifsysteme: Kliniken zahlen meist nach TVöD-K oder TV-Ärzte/VKA, also öffentlichem Dienst mit klaren Stufen. Altenheime sind oft privat oder kirchlich (Caritas-AVR, Diakonie-AVR, eigene Haustarife) — und viele kleinere Träger zahlen gar keinen Flächentarif. - Refinanzierung über zwei verschiedene Sozialgesetzbücher: Krankenhäuser rechnen über Fallpauschalen (SGB V), Pflegeheime über Pflegesätze (SGB XI). In der Pflegeversicherung wird jede Lohnerhöhung am Ende über den Eigenanteil mitfinanziert — Träger scheuen daher Erhöhungen. - Qualifikationsmix: In der Klinik arbeiten überwiegend examinierte Fachkräfte mit Zuschlägen für Intensiv, OP, Nacht. Im Altenheim ist die Fachkraftquote gesetzlich bei rund 50 %, viele Hilfskräfte drücken den Schnitt. - Schichten und Zulagen: Klinik-Wechselschicht, Bereitschaftsdienste und Funktionspflege bringen deutlich höhere Zuschläge als der klassische Heim-Schichtplan. Was sich geändert hat: Seit dem 01.09.2022 dürfen Pflegekassen nur noch mit Heimen Versorgungsverträge schließen, die nach Tarif oder tarifähnlich bezahlen (§ 72 Abs. 3a SGB XI). Das hat die Gehälter in der Altenpflege spürbar angehoben — eine examinierte Altenpflegerin liegt heute oft bei 3.500–3.900 € brutto, in der Klinik je nach Stufe 3.800–4.500 €. Der Abstand ist also kleiner, aber nicht weg. Ein examinierter Krankenpfleger und ein examinierter Altenpfleger fallen seit der generalistischen Ausbildung 2020 ohnehin unter dieselbe Berufsbezeichnung — die Vergütungsfrage hängt also nur noch am Arbeitgeber, nicht mehr am Abschluss.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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