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Pflegekompass
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Mehrere Therapien zusätzlich zu Arztbesuchen — wie sage ich Nein?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 04. Mai 2026 um 07:13

Das mag gut gemeint sein, aber für mich persönlich käme das nicht infrage, als Pflegestufe 2 Klient, fast gehunfähig, sitze ich im E-Mobil mit Schmerzen. ÄRZTEBESUCHE: Hausarzt, Diabetologe, Fusspflege, Augenarzt. Orthopäde bin ich keine Wo zuhause u kann mal tun was ICH will ! Jeden Morgen Hektik, Wetterprobleme, Termindruck usw. stundenlang in Wartezimmern sitzen müssen und dann soll ich noch 2 weitere Therapien anfangen ?? Nein Danke, ich kann das nicht. DAS KANN SICH NUR EINER AUSDENKEN, DER GESUND AM SCHREIBTISCH SITZT!

1 Antwort

Maria
MariaExperte

Fachärztin für Altersmedizin

Geantwortet vor 7 Std.

TITEL: Muss ich bei Pflegegrad 2 alle verordneten Therapien wahrnehmen? ANTWORT: Ihr Frust ist nachvollziehbar, und ich nehme ihn als Altersmedizinerin ernst. Wer mit Schmerzen im E-Mobil unterwegs ist und vier Facharzttermine jongliert, hat schon eine Vollzeitbeschäftigung mit der eigenen Versorgung. Was Sie beschreiben, ist medizinisch ein bekanntes Problem: Belastungsgrenzen werden durch immer weitere Verordnungen überschritten, statt die Lebensqualität zu verbessern. Ein paar Punkte, die helfen können: Therapien sind freiwillig. Auch eine ärztlich verordnete Heilmittelverordnung (Physio, Ergo, Logo) müssen Sie nicht antreten. Sie dürfen der verordnenden Praxis sagen: "Ich schaffe das zeitlich und körperlich nicht zusätzlich, bitte streichen wir das." Das ist kein Versagen, das ist Priorisierung — und Teil einer guten Behandlung im höheren Alter. Hausbesuche statt Wartezimmer. Vieles, was Sie aktuell mit Wetter und E-Mobil bewältigen, geht auch zu Hause: - Hausärztliche Hausbesuche sind bei eingeschränkter Mobilität abrechenbar und üblich. - Mobile medizinische Fußpflege (Podologie) kommt ins Haus, bei Diabetes mit Verordnung kassenfinanziert. - Mobile Physiotherapie ist mit Zusatz "Hausbesuch" auf der Verordnung Standardleistung. - Mobile Augenarzt-Versorgung gibt es regional — fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis nach. Termine bündeln. Sprechen Sie mit der Hausarztpraxis, ob Diabetologie-Kontrollen und Routine-Termine zusammengelegt werden können. Viele Praxen koordinieren das auf Bitte. Schmerztherapie ernst nehmen. "Sitze im E-Mobil mit Schmerzen" ist der Punkt, an dem ich hellhörig werde. Wenn Schmerzen den Alltag dominieren, ist eine Vorstellung in einer schmerzmedizinischen Praxis (statt fünfter Therapie) oft der wirksamere Weg. Das ersetzt nicht andere Termine, kann aber den Druck rausnehmen. Pflegegrad-Höherstufung prüfen. Bei Pflegegrad 2 mit nahezu aufgehobener Gehfähigkeit und mehreren chronischen Erkrankungen kann eine Neubegutachtung sinnvoll sein — Modul 1 (Mobilität) und Modul 5 (krankheitsbedingte Anforderungen, dazu zählen Arztbesuche und Therapien) wären die Hebel. PG 3 brächte 599 € statt 347 € Pflegegeld monatlich, ein formloser Antrag bei der Pflegekasse genügt (§ 33 SGB XI). Diese Auskunft ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung — aber Sie dürfen Nein sagen, ohne Ihre Versorgung zu gefährden.
Fachärztliche Prüferin für Altersmedizin, Mobilität und körperliche Gesundheit im Alter.Zum Profil
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