SelbstfürsorgeEingereichte Frage Nach 10 Jahren Krankenpflege am Ende — wie steige ich aus dem Beruf aus?
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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage
Gefragt 12. Juni 2026 um 04:15
Ich habe etwas mehr als 10 Jahre in der Krankenpflege gearbeitet. Und ich will es nicht mehr. Die Zustände sind so schlimm, egal wo, ich hab auf dem Land, in zwei Großstädten und in Berlin gearbeitet. Unterbesetzung, Stress, fehlende Wertschätzung von Mitarbeitern und Patienten, schlechte Bezahlung, keine Erholung. Ich habe alles erlebt. Im Spätdienst fallen Kollegen aus, klar bleibt man nochmal vier bis sechs Stunden länger, was soll sonst passieren? Es findet sich kurzfristig niemand. Im frei wird man angerufen, Patienten beleidigen einen, man weiß gar nicht wie man die Arbeit noch schaffen soll und wen man wie vernachlässigen kann um überhaupt noch was zu schaffen. Überlastungsanzeigen werden ignoriert, im direkten Gespräch mit der Pflegedienstleitung wird man als unfähig abgetan, weil „diesen Arbeitsaufwand muss man ja schaffen können“ - orthopädische Station mit 49 Patienten, 12 OPs am Tag, diverse Entlassungen und ungeplante Neuzugänge, Fremdbelegung teilweise durch Unfallchirurgische Patienten, welche nicht aufstehen können, dement sind und aufwändige Knochenbrüche hatten, dauerhaft Überwachung benötigen, dafür 2! Pflegekräfte. Das kann niemand schaffen, wird aber verlangt. Die Situation ist am Ende, ich weiß nicht wie man das noch retten soll. Ich wollte mal Lehrkraft für Pflegeberufe werden, ich kann das nicht, ich kann niemanden zu diesem Job raten, dabei zuschauen wie Menschen in ihr eigenes verderben rennen. Ich hab so viele mit Burnout gehen sehen, so viele nette, motivierte Mitarbeiter sind auf der Strecke geblieben. Und alle schauen dabei zu, nichts wird gemacht, noch mehr Personen aus dem Ausland werden geholt, diese kommen mit großer Freude hier an und gehen nach einem Jahr voller entsetzen. Wenn ich dann sowas höre. Ich möchte nicht alt werden. Am besten einfach mit 65-70 umkippen, vorbei. Ungerecht vom Staat und System mir gegenüber, aber diesen Albtraum haben alte Menschen nicht verdient.