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Pflegekompass
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Was tun, wenn pflegende Angehörige nicht mehr können?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 26. April 2026 um 18:34

Was tun, wenn pflegende Angehörige nicht mehr können? Tritt der Fall ein, dass eine Pflegeperson die notwendigen Pflegeleistungen wegen eigener Erkrankung oder totaler Erschöpfung nicht mehr wahrnehmen kann, übernimmt die Pflegeversicherung auf Antrag die Kosten für die Verhinderungspflege. Alternativ kann eine Kurzzeitpflege beantragt und übernommen werden.

1 Antwort

Tobias Grundmann
Tobias GrundmannExperte

Experte für Pflegerecht

Geantwortet 26.4.2026

Wenn pflegende Angehörige an ihre Grenzen kommen, gibt es in der Pflegeversicherung mehrere Entlastungsmöglichkeiten — niemand muss das alleine durchziehen. Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI). Wenn die Hauptpflegeperson vorübergehend ausfällt — Krankheit, Erschöpfung, Urlaub —, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für Ersatzpflege. Diese kann durch einen Pflegedienst, Angehörige oder andere Personen erbracht werden. Antrag bei der Pflegekasse, Abrechnung mit Belegen. Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI). Wenn die Pflege zuhause zeitweise gar nicht mehr möglich ist, gibt es die vorübergehende stationäre Pflege in einer Einrichtung. Wird ebenfalls von der Pflegekasse bezuschusst — oft genutzt nach Krisen oder bei Überlastung. Beratung und Unterstützung. Die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI ist kostenlos und kommt auf Wunsch zu dir nach Hause. Pflegestützpunkte vor Ort beraten neutral und helfen bei der Organisation eines Pflegedienstes oder einer Haushaltshilfe. In der Praxis warten viele zu lange, bis gar nichts mehr geht. Sinnvoller ist es, Entlastung frühzeitig zu organisieren — nicht erst bei völliger Überlastung. Wenn pflegende Angehörige nicht mehr können, übernimmt die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für Ersatz- oder Kurzzeitpflege. Entscheidend ist, rechtzeitig einen Antrag zu stellen.
Fachlicher Prüfer für Pflegerecht, Leistungsansprüche und Antragsverfahren nach SGB XI.Zum Profil
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