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Demenz zu Hause pflegen — wie gehe ich mit Aggression und Weglauftendenz um?

P
Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 05. Mai 2026 um 05:12

Der Inhalt dieses Videos: 0:19 Was macht für #Angehörige den Umgang mit #Demenz schwierig? 1:01 Wie Sie die erfolgreiche Kommunikation gewährleisten 2:50 Wie Sie den Alltag der an #Demenz erkrankten Person strukturieren können 4:02 Hilfe zur Selbsthilfe: So fördern Sie die Selbstständigkeit des Demenzkranken 5:03 Wie Sie mit aufkommenden Aggressionen umgehen 7:44 So umgehen Sie notwendige Verbote und Einschränkungen 10:08 Wie Sie die Unruhe und #Weglauftendenz in den Griff bekommen 13:27 Denken Sie auch an sich und Ihr Wohlbefinden!

1 Antwort

Maria
MariaExperte

Fachärztin für Altersmedizin

Geantwortet vor 2 Std.

Die Themen, die das Video anschneidet, sind genau die Punkte, an denen Angehörige in der Praxis am häufigsten an ihre Grenzen stoßen. Ein paar Eckpfeiler aus geriatrischer Sicht: Kommunikation: Im mittleren Stadium versteht der Erkrankte zunehmend Inhalt, aber weiter Tonfall und Mimik. Kurze Sätze, eine Information pro Satz, Augenkontakt, ruhige Stimme. Korrigieren bringt nichts — wer behauptet, die verstorbene Mutter komme gleich zu Besuch, dem nimmt man die Realität nicht weg, sondern lenkt ab ("Erzähl mir von ihr"). Tagesstruktur: Immer gleiche Abläufe, immer gleiche Räume, immer gleiche Bezugspersonen. Demenzkranke verlieren das Zeitgefühl, nicht das Rhythmusgefühl. Feste Essens-, Schlaf- und Spaziergangszeiten reduzieren Unruhe oft mehr als jedes Medikament. Selbstständigkeit fördern: Tun lassen, was noch geht, auch wenn es länger dauert. Anziehen, Zähneputzen, einfache Hausarbeit. Verlorene Fähigkeiten kommen nicht zurück, aber vorhandene bleiben länger erhalten, wenn sie genutzt werden. Aggression: Fast immer ein Symptom — Schmerz, Überforderung, Hunger, Toilettendrang, zu viele Reize. Erst die Ursache suchen, dann beruhigen. Niemals zurückschimpfen, nicht festhalten, Raum geben. Bei wiederkehrender Aggression unbedingt den Hausarzt einbeziehen: ein nicht erkannter Harnwegsinfekt oder Schmerzen sind häufige Auslöser. Weglauftendenz: GPS-Sender im Schuh oder am Handgelenk (von Krankenkasse als Hilfsmittel teilweise erstattbar bei entsprechender Verordnung), Kontaktkarten in der Jackentasche, Anmeldung beim örtlichen "Demenz-Notfallregister" der Polizei. Türen abschließen ist eine freiheitsentziehende Maßnahme — bei dauerhaftem Einsatz ist eine richterliche Genehmigung über das Betreuungsgericht nötig (§ 1831 BGB). Selbstfürsorge: Der wichtigste Punkt, und der am häufigsten übergangene. Pflegende Angehörige haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Depression, Burn-out und kardiovaskuläre Erkrankungen. Verhinderungspflege (3.539 € Jahresbudget gemeinsam mit Kurzzeitpflege ab Pflegegrad 2) und Tagespflege sind keine Luxus-Optionen, sondern Grundbausteine einer tragfähigen häuslichen Versorgung. Wenn die Diagnose noch nicht lange zurückliegt: ein Termin bei der Gedächtnisambulanz oder beim Neurologen klärt Stadium und Verlaufstyp. Das ist die Basis für alle weiteren Pflege-Entscheidungen. Diese Auskunft ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.
Fachärztliche Prüferin für Altersmedizin, Mobilität und körperliche Gesundheit im Alter.Zum Profil
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