Zum Hauptinhalt springen
Pflegekompass
PflegetippsEingereichte Frage
0 Ansichten

Mein Vater versteckt sein Geld und findet es nicht wieder — was tun?

P
Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 04. Mai 2026 um 12:21

Danke, sehr hilfreich. Was mache ich ,da mein Papa ständig sein Geld versteckt und wir es nicht wiederfinden? Ob er es in den Mülleimer legt und dann wegbringt?Hab ich ihn gefragt. Er kann sich nicht erinnern. Er wohnt allein zuhause.3 Mal täglich kommen die Frauen vom Pflegedienst. Ich wohne in einer anderen Stadt. Besuch ihn einmal in der Woche. Und geb ihm jedesmal Bargeld. Meine Schwester auch. Ich fahre mit ihm einkaufen, daran hat er Freude. Er kocht noch selber. Ihn in ein Pflegeheim verlegen, das möchten wir solange wie möglich aufhalten. Er ruft mich jeden Tag an. Und fragt , wo das Geld ist.... das wollte ich jetzt einfach Mal los werden.

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 2 Std.

Hallo, das was du beschreibst ist ein sehr typisches Muster bei beginnender Demenz — Geld wird "sicher" weggelegt, der Ort vergessen, manchmal landet es tatsächlich im Müll, in Schubladen, zwischen Wäsche oder in Schuhen. Der tägliche Anruf "wo ist mein Geld" ist die andere Seite derselben Symptomatik: Die Sorge ums Geld bleibt, die Erinnerung ans Verstecken nicht. Was in der Praxis hilft: 1. Bargeld-Menge reduzieren. Statt einer größeren Summe pro Besuch lieber 20–30 € in einer festen Geldbörse, die immer am gleichen Platz liegt — Küchentisch, Kommode im Flur. Eine sichtbare, immer gleiche Stelle gibt mehr Sicherheit als ein "sicheres Versteck". 2. Quittungs-Heft oder Notiz-Block daneben legen. Manche Betroffene schauen dort nach und beruhigen sich, wenn sie sehen "Tochter war Sonntag da, 30 € im Portemonnaie". Das funktioniert nicht bei allen, aber bei vielen erstaunlich gut. 3. Den Pflegedienst einbeziehen. Die Kolleginnen sehen die Wohnung dreimal täglich — bittet sie, beim morgendlichen Einsatz kurz zu prüfen, ob die Geldbörse am Platz liegt. Das ist gängige Praxis und kostet keinen Cent extra. 4. Pflegegrad überprüfen lassen. Wenn dein Vater so deutliche kognitive Einschränkungen zeigt (Modul 2 und 3 der Begutachtung), könnte ein Höherstufungsantrag sinnvoll sein. Das gibt mehr finanziellen Spielraum für Betreuung. Den Antrag kann jeder formlos bei der Pflegekasse stellen. 5. Entlastungsbetrag nutzen. 131 € im Monat (§ 45b SGB XI) für Betreuungsangebote — eine Alltagsbegleiterin, die zwei- bis dreimal die Woche zwei Stunden mit ihm einkaufen geht oder spazieren, entlastet die Telefonate spürbar. Das Thema Vorsorgevollmacht und finanzielle Absicherung solltet ihr separat angehen — falls noch nicht vorhanden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Den juristischen Aspekt erklärt Tobias besser, oder ihr fragt bei einer Pflegeberatung nach § 7a SGB XI. Mein Tipp aus der Praxis: Der wöchentliche Besuch und das Einkaufen-Fahren sind unbezahlbar. Genau diese Routinen sind das, was den Heimeintritt am längsten hinauszögert.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
Teilen:WhatsAppFacebook

Ihre Antwort

Keine Anmeldung nötig

Ähnliche Fragen

Andere haben Folgendes gefragt — vielleicht ist die Antwort auch für Sie hilfreich.