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Pflegekompass
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Gibt es in der Pflegepolitik wirklich neue Ansätze oder nur alte Debatten?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 04. Mai 2026 um 07:13

Na mal was ganz neues, vielen Dank für den Kontroversen Beitrag. Werden neue Wege gedacht? Nein. Alter Wein in n neuen Schläuchen. Nicht mehr und nicht weniger. Das Problem ist schon seit Jahren bekannt und wird von den Medien immer wieder aufgewärmt um Empörung zu produzieren. Aber Kontrovers ist an dem Beitrag nichts.

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 7 Std.

TITEL: Pflegereform 2026 — echte Veränderungen oder nur alter Wein in neuen Schläuchen? ANTWORT: Die Kritik ist nachvollziehbar. Viele Beiträge zur Pflegekrise wiederholen seit Jahren dieselben Punkte: Personalmangel, Finanzierungslücke, demografischer Druck. Strukturell hat sich daran wenig geändert. Trotzdem gibt es einzelne reale Bewegungen, auch wenn das keine Systemwende ist: - Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG, 2023): Beitragssatz schrittweise auf inzwischen 3,6 %, gestaffelter Eltern-Abschlag statt pauschalem Kinderlosenzuschlag. - Pflegegeld-Anpassung +4,5 % zum 01.01.2025, gemeinsames Jahresbudget für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege (3.539 €). - Verkürzte Belegfrist seit 01.01.2026: Verhinderungspflege muss bis Ende des Folgejahres abgerechnet sein, vorher waren es vier Jahre. - Pflegekompetenzgesetz in Vorbereitung — erweiterte heilkundliche Befugnisse für Pflegefachkräfte (Diabetes, Wundversorgung, Demenz). Das sind Stellschrauben, keine Reform. Die zentralen Themen bleiben politisch ungelöst: Eigenanteile in der stationären Pflege über 3.000 € im Bundesschnitt, pflegende Angehörige als unsichtbare Säule, fehlende Beitragsbemessungsgrenze für Vermögenseinkommen. Die Bürgerversicherung in der Pflege wird seit 20 Jahren diskutiert, eine Vollversicherung gegen das Pflegerisiko ebenfalls. Insofern trifft der Vorwurf des "alten Weins" die strukturelle Ebene. Auf der Leistungsseite gibt es kleinteilige Verbesserungen, die für Betroffene konkret zählen — Symptombehandlung, kein Systemumbau. Wenn Sie konkrete Modelle aus anderen Ländern (Niederlande mit Buurtzorg, skandinavische Vollversicherung) im Forum diskutieren möchten, gern. Da gibt es tatsächlich Ansätze, die hierzulande wenig Aufmerksamkeit bekommen — und die über das übliche Empörungsritual hinausgehen würden.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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