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Pflegekompass
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Wie soll ich für Pflege, Rente und Notgroschen sparen, wenn das Geld kaum reicht?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 04. Mai 2026 um 07:13

Wie soll man privat für die Pflege, für die Rente, für Berufsunfähigkeit, einen Notgroschen etc. Geld zurück legen, wenn bei vielen es grad so zum Überleben reicht?

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 2 Std.

Das ist die ehrliche Realität für viele Haushalte — und die Frage hat keine schöne Antwort. Was sich aus der Pflege-Praxis sagen lässt: Wer wirklich am Limit lebt, sollte nicht zuerst sparen, sondern zuerst alle Ansprüche ausschöpfen, die schon da sind. Das wird massiv unterschätzt: - Wohngeld (auch bei Erwerbstätigkeit möglich, Reform 2023 hat den Kreis stark erweitert) - Kinderzuschlag bei Familien mit kleinem Einkommen - Bürgergeld-Aufstockung bei Vollzeit-Niedriglohn - Beim eigenen Pflegefall in der Familie: Entlastungsbetrag (131 €/Monat ab PG 1), Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (42 €/Monat), Verhinderungspflege Das sind keine Almosen, das ist beitragsfinanziert. Zur Vorsorge selbst, nüchtern priorisiert: 1. Berufsunfähigkeitsschutz geht vor Pflegezusatz und vor privater Rente. Wer mit 40 erwerbsunfähig wird, hat ein viel größeres Problem als mit 80 pflegebedürftig. 2. Notgroschen vor allem anderen — drei Netto-Monatsgehälter auf Tagesgeld. Auch wenn es Jahre dauert, ihn aufzubauen. 3. Pflege-Bahr (§ 127 SGB XI) ist ein Kompromiss für knappe Budgets: 10 €/Monat Eigenbeitrag, 5 € Staatsförderung, garantierte Annahme ohne Gesundheitsprüfung. Die Leistungen sind bescheiden (PG 5 = 600 €/Monat), aber besser als nichts und für Geringverdiener oft die einzige realistische Option. 4. Gesetzliche Rente nicht abschreiben — Grundrente, Erwerbsminderungsrente und ggf. Grundsicherung im Alter (SGB XII) sind das Sicherheitsnetz. Eine kostenlose Schuldner- oder Budgetberatung der Caritas/Diakonie hilft, den Überblick zu sortieren, bevor man Verträge abschließt. Vor Versicherungsabschlüssen lohnt unabhängige Beratung (Verbraucherzentrale, Honorarberater) — Provisionsvermittler verkaufen oft das Falsche.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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