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Wie kann ich herausfinden ob ich MCI habe trotz unauffälligem Liquor?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 04. Mai 2026 um 12:20

Wie kann man raus finden ob man MCI hat ? Die Symptome die erläutert werden, habe ich auch. Meine Familie muss mit mir langsamer reden, weil ich sonst nichts mitbekomme oder alles vermische. Wenn mir jemand etwas erzählt, habe ich es in 10 min wieder vergessen, manchmal schon früher. Ich wurde auch schon getestet, der Test ist auch nicht so gut ausgefallen, die Hirnwasser Untersuchung hat nichts ergeben und der Neurologe meinte wenn ich Alzheimer hätte, dann hätte sich das im Laufe der Jahre dramatisch verschlechtern müssen. Aber bei mir ist das Testergebnis in den letzten 8 Jahren fast gleich geblieben 🤷‍♀️ Deswegen soll ich jetzt erst mal zu einem Psychologen gehen 🤷‍♀️ Bei mir in der Familie hatten auch einige Alzheimer. Ich glaube dass meine Oma auch lange in der ersten Phase war. Ich habe als Kind aber immer gedacht dass das bei Omas normal ist wenn man vergesslich ist oder den Wischlappen in den Kühlschrank legt 🤷‍♀️

1 Antwort

Tobias Grundmann
Tobias GrundmannExperte

Experte für Pflegerecht

Geantwortet vor 2 Std.

Was Sie schildern, ist diagnostisch eigentlich eine gute Nachricht — auch wenn sich das im Alltag nicht so anfühlt. Zwei Befunde sprechen deutlich gegen eine Alzheimer-Erkrankung: 1. Die Liquoruntersuchung war unauffällig. Die Biomarker (Beta-Amyloid, Tau-Protein, phospho-Tau) sind bei beginnendem Alzheimer in der Regel schon Jahre vor klinischen Symptomen verändert. Ein wirklich unauffälliger Liquor ist ein starkes Gegenargument. 2. Die Stabilität über 8 Jahre. Bei einer neurodegenerativen Erkrankung wie Alzheimer würde sich die kognitive Leistung in diesem Zeitraum messbar verschlechtern — das ist quasi das Definitionsmerkmal. Wenn die Testwerte praktisch gleich bleiben, ist das diagnostisch sehr aussagekräftig. Eine MCI (Mild Cognitive Impairment, leichte kognitive Störung) ist immer eine Verlaufsdiagnose: kognitive Defizite messbar, aber Alltag noch selbständig bewältigbar, und die Frage ist, ob es sich verschlechtert. Bei Ihnen ist genau das nicht der Fall. Warum dann der Psychologe? Das ist kein Abschieben, sondern logischer nächster Schritt. Eine neuropsychologische Untersuchung ist deutlich differenzierter als ein Screening (MMST, MoCA, DemTect). Sie prüft einzelne Funktionsbereiche getrennt — Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeitsspanne, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Sprachverständnis. Genau das, was Sie beschreiben (langsameres Reden nötig, Vermischen von Information, schnelles Vergessen), passt nicht spezifisch zu Alzheimer, sondern eher zu einer Aufmerksamkeits- und Arbeitsgedächtnis-Problematik. Diese Symptome können sehr vielfältige Ursachen haben, die behandelbar sind: - Depression oder anhaltende Erschöpfung (klassischer Auslöser für „Pseudodemenz") - Schlafstörungen, Schlafapnoe - Schilddrüsenunterfunktion - Vitamin-B12- oder D-Mangel - bestimmte Medikamente (Anticholinergika, manche Antiallergika, Beruhigungsmittel) - chronischer Stress, Angststörung Bitten Sie den Hausarzt um eine Blutkontrolle dieser Punkte, falls noch nicht geschehen. Und gehen Sie zum neuropsychologischen Termin mit dem Wissen, dass die bisherigen Befunde eher beruhigend sind. Die familiäre Belastung verstehe ich, aber genetisch ist Alzheimer in den allermeisten Fällen nicht direkt vererbbar — das Risiko ist erhöht, aber kein Schicksal. Eine Verlaufskontrolle in 12–18 Monaten ist sinnvoll. Diese Auskunft ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.
Fachlicher Prüfer für Pflegerecht, Leistungsansprüche und Antragsverfahren nach SGB XI.Zum Profil
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