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Pflegekompass
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Warum fließen 15 Mrd. Euro in die Rentengarantie statt in die Pflege?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 04. Mai 2026 um 07:13

Das beschlossene Festschreiben des Rentenniveaus auf 48% kostet über 15 Mrd€ Steuergeld pro Jahr... 15 Mrd damit ein Rentner der 1500€ bekommt, 35€ im Monat mehr erhält... Was macht der mit 35€ mehr/besser? Nix! Und dafür 15 Mrd... Nehmt das Geld lieber und steckt es in Pflege! Aber in dem Land wird nur noch Politik für die Rentner zu Lasten der Jungen/Arbeitenden gemacht.

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 7 Std.

Der Frust ist nachvollziehbar, und du bist mit der Beobachtung nicht allein. Die Pflegeversicherung schreibt 2025 Defizite im Milliardenbereich, während gleichzeitig Bundesmittel in die Rentenkasse fließen, um das Niveau zu stabilisieren. Politisch sind das zwei getrennte Töpfe mit eigener Logik – aber haushalterisch konkurrieren sie um dieselben Steuereuros. Was sich faktisch abzeichnet: - Die Pflegeversicherungs-Beiträge mussten zum 01.01.2025 auf 3,6 Prozent angehoben werden, weil Leistungsausgaben (höhere Pflegegelder, Eigenanteile in Heimen, mehr Anspruchsberechtigte) deutlich schneller wachsen als die Einnahmen. - Pflegegeld und Verhinderungspflege-Budget wurden 2025 zwar erhöht, das gleicht aber kaum die Inflation der letzten fünf Jahre aus. - Ein direkter Bundeszuschuss zur Pflegeversicherung – analog zur Rente – existiert bisher nur in homöopathischer Dosis (Beitrag für pflegende Angehörige in der Rentenkasse, sonst nichts Strukturelles). Wer das Thema politisch verschieben will, hat zwei realistische Hebel: den Sozialverband VdK oder den BIVA-Pflegeschutzbund (beide sammeln Forderungen und treten gegenüber dem Bundestag auf), und die Petition an den Petitionsausschuss des Bundestages – ab 50.000 Mitzeichnern öffentliche Anhörung. Für die individuelle Ebene heißt das: Wer aktuell pflegt, sollte alle bestehenden Ansprüche konsequent ausschöpfen, weil im System gerade nichts geschenkt wird. Verhinderungspflege, Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und Wohnumfeld-Zuschuss bleiben die Posten, die am häufigsten liegengelassen werden – zusammen schnell 5.000 Euro pro Jahr und Pflegegrad.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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