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Pflegekompass
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Wie läuft eine Höherstufung beim Pflegegrad konkret ab?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 28. April 2026 um 07:05

Wie läuft eine Höherstufung beim Pflegegrad ab? Was muss ich tun und was passiert nach Antragstellung?

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 2 Tagen

Eine Höherstufung beim Pflegegrad läuft im Kern wie ein Erstantrag — nur dass ein Pflegegrad bereits besteht. Schritt 1: Antrag bei der Pflegekasse stellen. Ein formloser Anruf, eine Mail oder ein kurzer Brief reichen: „Hiermit beantrage ich die Höherstufung meines Pflegegrades aufgrund einer Verschlechterung." Das Datum ist wichtig, weil ab dann rückwirkend gezahlt wird, falls die Höherstufung gelingt (§ 33 Abs. 1 SGB XI). Schritt 2: Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (bei Privatversicherten Medicproof). In der Regel kommt der Gutachter zu dir nach Hause und prüft alle sechs Module nach dem Begutachtungsassessment (§ 14 SGB XI): - Mobilität - kognitive und kommunikative Fähigkeiten - Verhaltensweisen und psychische Problemlagen - Selbstversorgung - Bewältigung krankheitsbedingter Anforderungen - Gestaltung des Alltagslebens Die Punktzahlen werden gewichtet aufaddiert und ergeben den neuen Pflegegrad. Schritt 3: Bescheid. Nach in der Regel 25 Arbeitstagen kommt der schriftliche Bescheid (§ 18 Abs. 3 SGB XI). Bei Überschreitung dieser Frist hast du Anspruch auf 70 € pro Woche Verzögerung (§ 18 Abs. 3b SGB XI), sofern die Verzögerung der Kasse zuzurechnen ist. Was in der Praxis den Unterschied macht: - Pflegetagebuch ein bis zwei Wochen vor dem Termin führen — täglich notieren, wo wie lange welche Hilfe nötig war. - Aktuelle Arztberichte und Medikamentenpläne bereitlegen. - Eine zweite Person sollte beim Termin dabei sein und die Pflegerealität bestätigen. - Nichts schönreden. Der schlechte Tag ist relevanter als der gute. - Auch peinliche Themen wie Inkontinenz, Stürze oder kognitive Einschränkungen offen ansprechen. Wichtig: Wenn der MD keine Verschlechterung feststellt, bleibt der bestehende Pflegegrad einfach erhalten — du kannst durch den Antrag selbst nichts verlieren.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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