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Pflegekompass
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Wofür gehen 6000 Euro Heimkosten pro Monat drauf — Aufschlüsselung?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 08. Juni 2026 um 04:15

Für 4800 €, könnte ich ja einen examinierten altenpfleger vollzeit selbst beschäftigen, dann blieb mir noch 1200,- für Essen und Miete. Kann mir bitte mal jemand aufschlüsseln für was genau die 6000 € draufgehen die ein Platz in der altenpflege mich kosten würden?

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 4 Std.

Hallo, der Rechenfehler liegt darin, dass eine Vollzeitkraft 40 Stunden die Woche abdeckt — ein Heimplatz aber 168 Stunden (24/7) plus Vertretung bei Urlaub und Krankheit. Für echte Rund-um-die-Uhr-Versorgung brauchst du rechnerisch vier bis fünf Vollzeitkräfte. Aber zur eigentlichen Frage, die Heimrechnung setzt sich aus vier festen Blöcken zusammen: 1. Pflegekosten (einrichtungseinheitlicher Eigenanteil, EEE) Hier steckt der reine Personalaufwand drin: examinierte Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte, Nachtdienste, soziale Betreuung, Leitung. Tarifbindung ist seit 2022 Pflicht (§ 72 Abs. 3a SGB XI), das hat die Personalkosten deutlich nach oben getrieben. Größter Posten der Rechnung. 2. Unterkunft und Verpflegung (umgangssprachlich "Hotelkosten") Zimmer, Strom, Wasser, Heizung, Reinigung, Wäsche, drei Mahlzeiten täglich plus Zwischenmahlzeiten. Realistisch 900 bis 1.200 Euro im Monat. 3. Investitionskosten Gebäude, Renovierung, Inventar, technische Ausstattung. Diese Kosten legt der Träger nach Landesrecht auf die Bewohner um — von der Pflegekasse wird hier nichts übernommen. Je nach Bundesland 300 bis 600 Euro. 4. Ausbildungsumlage Beitrag zur Finanzierung der Pflegeausbildung im Bundesland. Meist 80 bis 150 Euro. Was die Pflegekasse trägt, geht direkt vom EEE ab (stationäre Sachleistung, je nach Pflegegrad gestaffelt, plus Leistungszuschlag nach § 43c SGB XI, der mit der Heim-Verweildauer steigt). Übrig bleibt der Eigenanteil — die 6.000 Euro, die du auf der Rechnung siehst, sind der Bruttobetrag, abzüglich Kassenleistung kommt der tatsächliche Eigenanteil. Zur Alternative "selbst anstellen": Eine examinierte Pflegefachkraft kostet als Arbeitgeber mit allen Lohnnebenkosten (AG-Anteil Sozialversicherung, Urlaub, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Berufsgenossenschaft) realistisch 4.800 bis 5.500 Euro im Monat — und arbeitet 40 Stunden die Woche. Die anderen 128 Stunden sind unbesetzt. Wer ernsthaft mit dem Gedanken einer privaten Pflegekraft im Haushalt spielt, schaut sich eher das Modell "24h-Betreuung" durch eine Vermittlungsagentur an (2.500 bis 3.500 Euro, Betreuungskraft, nicht Pflegefachkraft) oder eine Pflege-WG mit Wohngruppenzuschlag nach § 38a SGB XI (224 Euro pro Bewohner monatlich). Mein Tipp aus der Praxis: Lass dir vom Heim die Rechnung Position für Position aufschlüsseln — die müssen das transparent ausweisen. Dann siehst du, wo der Hebel wäre.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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