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Pflegekompass
SelbstfürsorgeEingereichte Frage
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Welche finanziellen Hilfen gibt es für pflegende Angehörige im Alltag?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 04. Mai 2026 um 07:13

Sehr schlechtes Beispiel! Die Frau sagt, ihr wären nur 100 € im Monat geblieben. Erst am Ende wird erwähnt, dass sie sich nicht nach finanziellen Hilfen erkundigt hat. Was vermutlich der Großteil der Zuschauer gar nicht erfährt, wer schaut Beiträge schon bis zu Ende?

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 2 Std.

TITEL: Welche Pflegeleistungen werden oft nicht beantragt? ANTWORT: Der Einwand ist berechtigt — viele Pflegende kennen ihre Ansprüche schlicht nicht und zahlen jahrelang aus eigener Tasche. Das ist leider die Regel, nicht die Ausnahme. Was im konkreten Fall (100 € übrig) sehr wahrscheinlich nicht ausgeschöpft war: - Pflegegeld bei häuslicher Pflege (PG 2: 347 €, PG 3: 599 €, PG 4: 800 €, PG 5: 990 € pro Monat) - Entlastungsbetrag 131 €/Monat ab PG 1, zweckgebunden für Alltagshilfen - Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege, gemeinsames Jahresbudget 3.539 € - Pflegehilfsmittel zum Verbrauch 42 €/Monat (Pflegebox) - Hausnotruf-Zuschuss bis 25,50 €/Monat - Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis 4.180 € pro Maßnahme (bodengleiche Dusche, Treppenlift etc.) - Bei Erwerbstätigkeit: Pflegeunterstützungsgeld bis 10 Arbeitstage/Jahr, Pflegezeit, Familienpflegezeit - Rentenbeiträge der Pflegekasse für die Pflegeperson (ab PG 2 und mind. 10 Std/Woche an mind. 2 Tagen) Dazu kommen häufig übersehene Posten außerhalb der Pflegekasse: Behindertenpauschbetrag und Pflege-Pauschbetrag in der Steuererklärung, Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen, GEZ-Befreiung, Wohngeld, ggf. Hilfe zur Pflege beim Sozialamt wenn Eigenmittel nicht reichen. Genau deshalb existiert die kostenlose Pflegeberatung nach § 7a SGB XI — jede Pflegekasse muss sie anbieten, auf Wunsch beim Pflegebedürftigen zu Hause. Wer einmal zwei Stunden mit einer guten Beraterin durchgeht, findet realistisch 200–500 € pro Monat, die vorher liegengeblieben sind. Der mediale Punkt bleibt trotzdem fair: Solche Beiträge sollten die Anspruchslücke an den Anfang stellen, nicht an den Schluss.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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