Kurzantwort:Mit Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse nach § 40 SGB XI monatlich 25,50 € für den Hausnotruf, plus einmalig 10,49 €für die Installation. Das gilt ab Pflegegrad 1 — genauso wie bei Pflegegrad 2 bis 5. Kein anderer Pflegegrad ist nötig.
- Pflegekasse zahlt:25,50 €/Monat + 10,49 € einmalig (ab Pflegegrad 1)
- Eigenanteil Grundversorgung:0 € bei Anbieter im Hilfsmittelverzeichnis
- Voraussetzung: alleinlebend oder Notlagen-Risiko nachgewiesen
- Ohne Pflegegrad:25–50 €/Monat selbst
PG1 bei Hausnotruf voll dabei — anders als bei vielen Leistungen
Pflegegrad 1 bedeutet eingeschränkte Selbstständigkeit — die niedrigste Einstufung. Das schließt bei der Pflegekasse viele Leistungen komplett aus. Beim Hausnotruf ist das ausdrücklich anders: § 40 SGB XI nennt als Voraussetzung nur einen Pflegegrad ab 1 — keine Mindest-Stufe, kein Mindest-Punktwert.
| Leistung | Pflegegrad 1 | Pflegegrad 2–5 |
|---|---|---|
| Pflegegeld | 0 € | 332–947 €/Monat |
| Verhinderungspflege | 0 € | bis 1.612 €/Jahr |
| Hausnotruf | 25,50 €/Monat | 25,50 €/Monat |
Quellen: § 38a, § 39, § 40 SGB XI. Beträge 2026.
Das ist die entscheidende Nachricht für Menschen mit Pflegegrad 1: Beim Hausnotruf bekommen sie nicht weniger als jemand mit Pflegegrad 4. Voller Anspruch, gleicher Betrag, gleiche Bedingungen.
Was bei Pflegegrad 1 sonst noch geht: Entlastungsbetrag (125 €/Monat), Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (bis 40 €/Monat), wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (bis 4.000 €). Alles auf einen Blick im Ratgeber Pflegegrad 1 Leistungen 2026.
Was die Pflegekasse zahlt
Die rechtliche Grundlage ist § 40 Abs. 1 SGB XI. Der Hausnotruf gilt als technisches Pflegehilfsmittel(Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 52). Das bedeutet: Die Pflegekasse zahlt — nicht die Krankenkasse. Keine ärztliche Verordnung nötig.
| Leistung | Betrag 2026 | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Monatliche Grundpauschale | 25,50 € | § 40 Abs. 1 SGB XI |
| Anschlussgebühr (einmalig) | 10,49 € | § 40 Abs. 1 SGB XI |
| Eigenanteil Grundversorgung | 0 € | Bei Anbieter mit Versorgungsvertrag |
| Jahressumme Zuschuss | 306 € | 25,50 € × 12 |
Den Betrag von 25,50 € zahlt die Pflegekasse in der Regel direkt an den Anbieter — sogenannte Direktabrechnung. Der Hausnotruf-Anbieter erhält das Geld direkt von der Kasse, du bekommst keine Rechnung für die Grundleistung.
Was die Kasse nicht übernimmt: Zusatzleistungen wie Sturzsensoren, GPS-Mobilnotruf oder Schlüsselservice. Das ist Eigenanteil — unabhängig vom Pflegegrad.
Voraussetzungen — die 3 Punkte
Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Pflegekasse bei Pflegegrad 1 den Hausnotruf bezahlt:
1. Pflegegrad vorhanden (ab PG 1)
Ein anerkannter Pflegegrad ist Pflicht — schon Pflegegrad 1 reicht. Ohne Pflegegrad gibt es keinen Zuschuss. Wer noch keinen hat, sollte den Pflegegrad beantragen — der MDK-Besuch kostet nichts und ein Pflegegrad bringt neben dem Hausnotruf-Zuschuss weitere Leistungen.
2. Alleinlebend oder Notlagen-Risiko
Das klassische Kriterium ist Alleinleben: Wer allein wohnt, hat im Notfall keine unmittelbare Hilfe — der Hausnotruf ist hier die naheliegende Lösung. Die Pflegekasse erkennt aber auch andere Situationen an:
- Tagsüber lange allein (Partner berufstätig)
- Hohes Sturzrisiko oder Sturzvorgeschichte
- Chronische Erkrankung mit plötzlichem Notfallrisiko
- Partner mit Demenz oder eigenem Pflegebedarf, der im Notfall nicht helfen kann
Wer nicht allein lebt, aber eines dieser Kriterien erfüllt, sollte den Antrag trotzdem stellen und die Situation im Anschreiben erläutern.
3. Häusliche Pflege (kein Pflegeheim)
Der Hausnotruf ist für die eigene Wohnung konzipiert. Wer im Pflegeheim lebt, hat über die Einrichtung einen Notruf — der Kassenzuschuss nach § 40 SGB XI entfällt dort.
Antrag in 4 Schritten
Schritt 1: Anbieter mit Direktabrechnung wählen
Entscheidend ist, einen Anbieter zu wählen, der einen Versorgungsvertrag mit der eigenen Pflegekasse hat. Diese Anbieter rechnen direkt ab — kein Eigenanteil für die Grundversorgung, keine Vorleistung. Wohlfahrtsverbände (DRK, Malteser, Caritas, AWO) und viele regionale Anbieter erfüllen das in der Regel. Vor dem Abschluss kurz bei der Pflegekasse nachfragen: „Hat [Anbieter] einen Versorgungsvertrag mit Ihnen?"
Schritt 2: Antragsformular ausfüllen
Das Formular heißt je nach Pflegekasse „Antrag auf Pflegehilfsmittel" oder „Antrag auf technische Pflegehilfsmittel". Es ist auf der Website der Pflegekasse verfügbar oder wird auf Anfrage zugeschickt. Viele Hausnotruf-Anbieter helfen beim Ausfüllen — das ist ihr Interesse, weil sie ohne Genehmigung nicht direkt abrechnen können.
Schritt 3: Pflegegradبescheid beilegen
Dem Antrag muss eine Kopie des Pflegegradبescheids beigelegt werden. Das ist das Dokument, das nach der MDK-Begutachtung von der Pflegekasse verschickt wurde. Ohne diesen Nachweis wird der Antrag nicht bearbeitet.
Schritt 4: Antrag einreichen
Der Antrag kann per Post, persönlich im Kundenzentrum der Pflegekasse oder — bei vielen Kassen — über das Online-Portal eingereicht werden. Der Zuschuss läuft ab dem Monat, in dem der Antrag eingeht — nicht rückwirkend. Also: früh einreichen.
Den vollständigen Ablauf mit allen Fallstricken erklärt der Ratgeber Hausnotruf Antrag Pflegekasse.
Was kostet es DICH? — Beispielrechnung
Mit Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse 25,50 € im Monat. Was du selbst trägst, hängt vom gewählten Anbieter und Paket ab:
| Paket | Anbieterpreis | Kassenzuschuss | Eigenanteil / Monat |
|---|---|---|---|
| Standard-Hausnotruf | 30,00 € | 25,50 € | 4,50 € |
| Standard (im HMV gelistet) | 25,50 € | 25,50 € | 0,00 € |
| Mit Sturzsensor | ca. 40,00 € | 25,50 € | ca. 14,50 € |
| Mit GPS / mobil | ca. 50,00 € | 25,50 € | ca. 24,50 € |
HMV = Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands. Preisangaben sind Richtwerte, Marktpreise variieren. Einmalige Anschlussgebühr (10–49 €) separat — Kasse übernimmt 10,49 €.
Fazit: Wer einen im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Anbieter wählt und nur die Grundversorgung braucht, zahlt mit Pflegegrad 1 nichts. Zusatzgeräte sind Eigenanteil — aber die eigentliche Notrufffunktion ist durch die Kasse abgedeckt.
Mehr zum Gesamtbild der Kosten im Ratgeber Hausnotruf Kosten 2026.
Wenn du KEINEN Pflegegrad hast
Ohne Pflegegrad gibt es keinen Kassenzuschuss. Ein Hausnotruf kostet dann monatlich 25 bis 50 €selbst — je nach Anbieter und Paket. Dazu einmalig 10 bis 50 € Anschlussgebühr.
Wer noch keinen Pflegegrad hat, aber unsicher ist, ob er in Frage kommt: Es lohnt sich, den Antrag zu stellen. Schon Pflegegrad 1 genügt für den vollen Hausnotruf-Zuschuss. Der MDK-Besuch ist kostenlos, der Antrag ist kein Risiko. Eine Ablehnung ist kein Makel — man kann es erneut versuchen, wenn sich die gesundheitliche Situation ändert.
Tipp: Den Pflegegrad-Antrag und den Hausnotruf-Antrag können Sie parallel vorbereiten — aber erst einreichen, wenn der Pflegegradбescheid vorliegt. Der Bescheid ist Pflichtanlage beim Hausnotruf-Antrag.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Ratgeber Pflegegrad beantragen.
FAQ — Hausnotruf bei Pflegegrad 1
Zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 1 den Hausnotruf?
Ja. § 40 SGB XI nennt keine Mindest-Pflegestufe über 1 hinaus. 25,50 €/Monat und 10,49 € einmalig — genau wie bei Pflegegrad 2 bis 5.
Was kostet Hausnotruf mit Pflegegrad 1 pro Monat?
Bei einem im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Anbieter: 0 € Eigenanteil. Bei einem Anbieter mit 30 € Grundgebühr: 4,50 €. Mit Sturzsensor: ca. 14,50 €. Mit GPS-Notruf: ca. 24,50 €.
Was unterscheidet Pflegegrad 1 beim Hausnotruf von anderen Pflegegrad-1-Leistungen?
Bei Pflegegeld (0 €) und Verhinderungspflege (0 €) ist Pflegegrad 1 komplett ausgeschlossen. Beim Hausnotruf hat Pflegegrad 1 denselben Anspruch wie alle anderen Pflegegrade — voller Zuschuss, gleiche Bedingungen.
Muss ich allein leben, um Hausnotruf bei PG1 zu bekommen?
Alleinleben ist das klassische Kriterium, aber nicht das einzige. Wer tagsüber lange allein ist, hohes Sturzrisiko hat oder einen Partner mit Demenz oder eigenem Pflegebedarf hat, kann trotzdem Anspruch haben. Situation im Antrag schildern, Pflegekasse entscheidet individuell.
Gibt es Pflegehilfsmittel für Pflegegrad 1 zusätzlich?
Ja. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Handschuhe, Desinfektionsmittel etc.) bis 40 €/Monat gibt es ab Pflegegrad 1. Mehr dazu im Ratgeber Pflegegrad 1 Pflegehilfsmittel.
Wie beantrage ich den Hausnotruf-Zuschuss bei Pflegegrad 1?
Anbieter mit Versorgungsvertrag wählen → Antragsformular ausfüllen → Pflegegradбescheid beilegen → Antrag einreichen. Der Zuschuss läuft ab dem Antragsmonat. Vollständige Anleitung im Ratgeber Hausnotruf Zuschuss Pflegekasse 2026.
Zusammenfassung
Pflegegrad 1 schließt viele Pflegekassen-Leistungen aus — beim Hausnotruf ist das anders. § 40 SGB XI gibt schon ab Pflegegrad 1 vollen Anspruch: 25,50 € monatlich und 10,49 € einmalig für die Installation. Wer einen im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Anbieter wählt, zahlt für die Grundversorgung nichts selbst.
Voraussetzung: alleinleben oder Notlagen-Risiko nachweisen (Sturzgefahr, Demenzpartner, chronische Erkrankung). Der Antrag braucht den Pflegegradбescheid als Anlage. Zuschuss läuft ab dem Monat der Antragstellung.
Quellen und Hinweise
- § 40 SGB XI — Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
- Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Produktgruppe 52 — Notrufsysteme
- § 40 SGB XI — Gesetzestext
- GKV-Spitzenverband — Hilfsmittelverzeichnis
- Bundesministerium für Gesundheit — Pflegeleistungen im Überblick
Alle Angaben wurden im April 2026 recherchiert und geprüft. Die Euro-Beträge gelten nach aktuellem Stand des Hilfsmittelverzeichnisses und können sich ändern. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung durch Ihre Pflegekasse oder einen Pflegestützpunkt.
