Kurzantwort: Der Caritas Hausnotruf kostet im Standardpaket zwischen 23 und 30 Euro pro Monat plus 30 bis 60 Euro Anschlussgebühr einmalig. Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse 25,50 Euro monatlich und 10,49 Euro einmalignach § 40 SGB XI. Der Eigenanteil schwankt stark — von 0 € in vielen bayerischen Caritasverbänden bis zu 5 €/Monat in einigen NRW-Regionen.
- Organisation: 27 Diözesan-Caritasverbände + rund 1.200 örtliche Caritas-Sozialstationen.
- Stärke: Verzahnung mit Caritas-Pflegediensten und Pfarrgemeinden vor Ort.
- Schlüsselservice: meist im Paket enthalten.
- Eigenanteil:0–5 €/Monat regional sehr unterschiedlich.
- Rechtsgrundlage:§ 40 SGB XI, Hilfsmittelverzeichnis PG 52.
Wer in einer katholisch geprägten Region wohnt, kennt die Caritas oft schon — vielleicht ist die alte Mutter dort ehrenamtlich aktiv, vielleicht kommt der Pflegedienst von der Caritas. Genau das ist der besondere Wert: Die Caritas ist nicht „nur“ ein Hausnotruf-Anbieter, sondern Teil eines Netzes aus Pflegedienst, Pfarrgemeinde und Nachbarschaft.
Andererseits: Wer einen schlanken, modernen Hausnotruf mit Smartphone-App, GPS-Mobilnotruf oder Smartwatch-Integration sucht, ist bei der Caritas oft im falschen Film. Die meisten Caritas-Verbände setzen auf bewährte Funk-Technik — solide, aber nicht innovativ. Wir zeigen, wann die Caritas die richtige Wahl ist.
Was steckt im Caritas-Standardpaket?
Das Standardpaket der Caritas folgt dem Branchen-Konsens und besteht aus drei Komponenten. Die genaue Ausgestaltung — Sender als Armband oder Kette, Schlüsseldepot inklusive oder extra — variiert je nach Caritasverband.

- Funksender — wahlweise Armband oder Halskette, wasserdicht, mit großem roten Knopf. Batterielebensdauer 2–4 Jahre. Tragbar in der Dusche, beim Schlafen, beim Spaziergang um das Haus.
- Basisstation — angeschlossen an Festnetz oder Mobilfunk. Mit Mikrofon und lautstarkem Lautsprecher für die direkte Sprachverbindung zur Notrufzentrale.
- 24/7-Notrufzentrale — viele Caritasverbände betreiben eigene Zentralen, andere kooperieren mit ASB- oder Malteser-Zentralen. Geschultes Fachpersonal entscheidet, wer alarmiert wird: Angehörige, Nachbarn, Rettungsdienst.
- Schlüsselhinterlegung — meist Standard. Im Notfall holt ein Caritas-Helfer den hinterlegten Schlüssel und öffnet die Wohnung.
Wie hoch sind die Caritas-Hausnotruf-Kosten 2026 wirklich?
Die Caritas ist nicht zentral organisiert. Jeder Diözesan-Caritasverband und jeder örtliche Caritasverband legt seine Preise eigenständig fest. Wir haben in einer Stichprobe 8 Caritas-Verbände aus verschiedenen Bundesländern verglichen — hier die Spannweite.
| Position | Spannweite | Pflegekasse zahlt | Eigenanteil typisch | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| Monatliche Grundgebühr | 23–30 € | 25,50 € | 0–5 € | regional unterschiedlich |
| Anschlussgebühr | 30–60 € | 10,49 € | 20–50 € | einmalig |
| Schlüsselhinterlegung | oft im Paket | — | 0–5 € | verbandsabhängig |
| Sturzsensor | Zusatz | — | +5–10 €/Monat | nicht überall verfügbar |
| Mobiler GPS-Notruf | Zusatz | — | +30–40 €/Monat | nur einige Diözesen |
Stichprobe aus 8 Caritas-Verbänden (Bayern, NRW, BaWü, Hessen, Niedersachsen, Berlin) Stand Mai 2026. Anbieter-Websites.
Wo unterscheidet sich die Caritas regional?
Die regionalen Unterschiede sind beim Caritas-Hausnotruf deutlich größer als bei zentral organisierten Anbietern. Wir vergleichen drei beispielhafte Regionen.
Bayern (Caritas München-Freising, Würzburg, Augsburg)
In Bayern liegen die meisten Caritas-Hausnotruf-Pakete genau bei 25,50 €/Monat — also exakt der Pflegekassen-Betrag. Der Eigenanteil ist meist 0 €. Schlüsseldepot inklusive. In München und Augsburg gibt es zudem Sturzsensor-Angebote für rund 6 € Aufpreis.
Nordrhein-Westfalen (Caritas Köln, Münster, Essen)
In NRW liegen die Caritas-Pakete tendenziell 2–5 €/Monat höher als die Pflegekassen-Pauschale. Schlüsseldepot ist manchmal Zusatzleistung. Dafür haben viele Ortsverbände eigene 24/7-Zentralen mit Bezug zur Sozialstation vor Ort.
Baden-Württemberg (Caritas Freiburg, Stuttgart)
Sehr unterschiedlich. Die Caritas Freiburg arbeitet stark mit Vitakt zusammen und bietet auch GPS-Mobilnotruf an, in Stuttgart ist das Standardpaket klassischer aufgebaut. Die Caritas hat hier Pilotprojekte mit Sturzerkennung und Smartwatches im Test.
Was sind die 4 Caritas-Spezialleistungen?
Die Caritas hat über die Jahre einige Zusatzangebote entwickelt, die andere Anbieter so nicht haben. Wir haben sie aus den offiziellen Caritas-Angeboten zusammengetragen.
- Verzahnung mit Caritas-Sozialstation. Wer schon einen Caritas-Pflegedienst nutzt, ist im Notfall mit dem bekannten Pflegeteam vernetzt. Die Notrufzentrale weiß, wer normalerweise vorbeikommt und kann diese Person zuerst informieren — ohne dass ein Fremder geschickt wird.
- Pfarrgemeinde- und Seelsorge-Anbindung. In vielen katholisch geprägten Regionen kann die Notrufzentrale auf Wunsch den Gemeindepfarrer oder die Pfarrhelferin informieren — oft schneller verfügbar als professionelle Hilfe.
- Nachbarschaftshilfe-Pool. Manche Caritasverbände führen Listen ehrenamtlicher Helfer in der Nachbarschaft, die im Notfall hinzugeschickt werden. Das ersetzt nicht den Rettungsdienst, kann aber in unkritischen Fällen (Nachts wach geworden, Knopf gedrückt) schneller reagieren.
- Tageskontakt-Anrufe. Die Caritas bietet oft einen Service an, bei dem die Zentrale einmal täglich anruft und nach dem Befinden fragt. Kostet 8 bis 15 Euro zusätzlich pro Monat, ist aber nicht bezuschusst.
Wie beantragen Sie den Caritas Hausnotruf?
- Caritasverband finden. Auf caritas.de über die PLZ-Suche den zuständigen örtlichen Verband finden.
- Beratungstermin vereinbaren. Die meisten Caritasverbände schicken auf Wunsch jemanden zur Hausberatung — meist kostenfrei.
- Pflegegrad prüfen.Mindestens Pflegegrad 1. Falls keiner vorliegt, parallel beantragen — siehe Ratgeber zum Hausnotruf bei Pflegegrad 1.
- Antrag bei der Pflegekasse. Übernimmt der Caritasverband meist für Sie. Sie unterschreiben nur.
- Installation + Probealarm. Der Caritas-Techniker installiert die Basisstation, händigt Sender und Schlüsseldepot-Zugang aus, und macht einen Probealarm.
Wie vergleicht sich die Caritas mit anderen Anbietern?
Die Caritas ist im Standardpaket vergleichbar mit den anderen Wohlfahrts-Trägern. Der Unterschied liegt in der Vernetzung mit ambulanten Pflegediensten und Gemeindestrukturen.
| Anbieter | Grundgebühr | Pflegedienst-Verzahnung | Schlüsseldepot | Regional verteilt |
|---|---|---|---|---|
| Caritas | 23–30 € | Ja, sehr stark | meist Standard | Ja, kath. Regionen stärker |
| Diakonie | 25–30 € | Ja, regional | meist Standard | Ja, ev. Regionen stärker |
| ASB | 25–30 € | Nur teilweise | meist Standard | Ja, bundesweit |
| Malteser | 25,50 € | Teilweise | Standard | Ja, bundesweit |
| Johanniter | 25,50 € | Teilweise | Standard | Ja, bundesweit |
Werte aus offiziellen Anbieter-Websites Stand Mai 2026. Den Komplett-Vergleich gibt es im Hausnotruf-Anbieter-Vergleich.
Wichtig: Pflegekompass spricht keine Empfehlung „Caritas vor Diakonie“ oder „Caritas vor ASB“ aus. Welcher Wohlfahrtsträger passt, hängt davon ab, wer in Ihrer Region aktiv und gut vernetzt ist. Fragen Sie zwei bis drei Anbieter und vergleichen Sie Preise, Service vor Ort und konkrete Reaktionszeiten.
Häufige Fragen zum Caritas Hausnotruf
Was kostet der Caritas Hausnotruf 2026?
Standardpaket 23 bis 30 Euro pro Monat plus 30 bis 60 Euro Anschlussgebühr einmalig. Mit Pflegegrad reduziert sich der Eigenanteil auf 0–5 Euro pro Monat. Die exakten Preise variieren je nach Diözesanverband.
Ist die Caritas Hausnotruf-Anbieterin in ganz Deutschland?
Ja, über 27 Diözesan-Caritasverbände bundesweit. Die Hausnotruf-Dienste sind allerdings dichter in katholisch geprägten Regionen wie Bayern und NRW, dünner in den neuen Bundesländern. PLZ-Suche auf caritas.de zeigt den zuständigen Anbieter.
Gibt es bei der Caritas einen Sturzsensor?
In einigen größeren Diözesan-Caritasverbänden ja, in vielen ländlichen Verbänden nein. Aufpreis 5 bis 10 Euro pro Monat. Wer Sturzsensor sicher braucht, sollte vor Vertragsabschluss konkret nachfragen oder den Hausnotruf-mit-Sturzerkennung-Vergleich durchgehen.
Wie schnell ist die Caritas im Notfall vor Ort?
Sehr regional unterschiedlich. In Ballungsräumen mit starker Sozialstation: oft binnen 15 Minuten. In ländlichen Regionen können es 30 bis 60 Minuten sein. Der Rettungsdienst wird in kritischen Fällen parallel über die Notrufzentrale verständigt.
Kann ich den Caritas-Hausnotruf-Vertrag pausieren?
Bei Krankenhausaufenthalten bieten die meisten Caritas-Verbände eine kostenfreie Ruhephase. Bei Umzug ins Pflegeheim oder Tod gilt die fristlose Kündigung.
Zusammenfassung
Der Caritas Hausnotruf ist ein klassisches Wohlfahrtsverband-Angebot mit besonderer Stärke in der Verzahnung mit ambulanten Pflegediensten und Gemeindestrukturen. Wer schon einen Caritas-Pflegedienst nutzt oder in einer katholisch geprägten Region mit starker Pfarrgemeinde lebt, profitiert besonders.
Die regionalen Preisunterschiede sind erheblich (0 bis 5 Euro Eigenanteil pro Monat), die technische Ausstattung ist konservativ — wer GPS-Mobilnotruf, App und Smartwatch braucht, schaut besser zu anderen Anbietern. Den breiten Überblick gibt unser Hausnotruf-Anbieter-Vergleich und der Pillar-Artikel Hausnotruf 2026.
Quellen und Hinweise
- § 40 SGB XI — Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
- Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Produktgruppe 52
- Deutscher Caritasverband — Hausnotruf-Leistungen
- Stichprobe Caritas-Verbände München-Freising, Köln, Würzburg, Freiburg, Münster, Augsburg, Berlin, Hannover — Stand Mai 2026
- GKV-Spitzenverband — Hilfsmittelverzeichnis
Alle Angaben wurden im Mai 2026 recherchiert. Da die Caritas regional eigenständig organisiert ist, können Preise und Leistungen erheblich abweichen. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung durch Ihren Caritas-Verband.
